Die IKSMS: Motor der internationalen Zusammenarbeit im Hochwasserschutzbereich

Im Einzugsgebiet von Mosel und Saar begann die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes früher als in anderen Flussgebieten. Bereits 1985 wurde eine Internationale Arbeitsgruppe "Hochwasserschutz an Mosel und Saar" eingesetzt. Sie erhielt den Auftrag, einen Gesamtbericht über die Hochwasserhydrologie im Moseleinzugsgebiet zu verfassen, der auch Vorschläge zur Vorsorgestrategie enthalten sollte. Im Jahr 1987 unterzeichneten die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs und Luxemburgs ein Abkommen über das Hochwassermeldewesen im Moseleinzugsgebiet mit dem Ziel, ein automatisches Pegelinformationssystem einzurichten.

 

 

 

Mit der Erklärung von Arles vom 04.02.1995 beauftragten die Umweltminister Frankreichs, Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) mit der Ausarbeitung eines Konzeptes zur Verringerung von Hochwasserproblemen. Sie haben gleichzeitig die Internationalen Kommissionen zum Schutze von Mosel und Saar (IKSMS) mit der Aufstellung eines vergleichbaren Programms für diese Nebenflüsse beauftragt. Die IKSMS haben noch im selben Jahr eine Projektgruppe ins Leben gerufen und sie beauftragt, diesen Aktionsplan auszuarbeiten.

 

 

 

Von diesen Schlußfolgerungen und Empfehlungen ausgehend haben die IKSMS in einer zweiten Phase einen "Aktionsplan Hochwasser" ausgearbeitet, dessen wichtigstes Ziel es ist, Aktivitäten und Maßnahmen zu empfehlen, die auf den Schutz von Menschen und Gütern vor negativen Auswirkungen von Hochwasser abzielen. Diese Maßnahmen müssen die laufenden und geplanten Zielsetzungen zur Erhaltung und Verbesserung der Gewässer und Auen im Einzugsgebiet von Mosel und Saar berücksichtigen. Der Aktionsplan Hochwasser beruht auf Grundprinzipien, die durch integriertes, ressortübergreifendes und solidarisches Handeln zum Ausdruck kommen.

Die Schwerpunkte des Aktionsplanes Hochwasser sind folgende:

  • Verringerung der Schadensrisiken,
  • weitere Verbesserung des Hochwassermelde- und -vorhersagewesens,
  • Erhöhung des Wasserrückhaltes, insbesondere an den Nebengewässern von Mosel und Saar.
 

Unter Berücksichtigung der Besonderheiten an Mosel und Saar haben die IKSMS in ihrem Aktionsplan Hochwasser folgende Handlungsziele definiert:

 

Verringerung der Schadensrisiken durch Reglementierung und Anpassung der Nutzung, durch Verstärkung des Wasserrückhaltes sowie durch örtlichen Hochwasserschutz

Keine weitere Erhöhung der Schadensrisiken bis zum Jahr 2000, Minderung um 10% bis zum Jahr 2005 und um 25% bis zum Jahr 2020.

 

Weitere Verbesserung des Hochwassermelde- und -vorhersagewesens

Kurzfristige Optimierung der Messnetze und der Meldeinstrumente, Verbesserung der Katastrophenschutzpläne, Verlängerung der Vorhersagezeiten für die Untermosel auf bis zu 12 Stunden bis zum Jahr 2000 und auf bis zu 24 Stunden bis zum Jahr 2005 unter Anpassung der dafür erforderlichen Vorhersagezeiten in Teilgebieten.

 

 

 

Im Jahr 2003 wandten sich die IKSMS mit einer pragmatisch-informativen Broschüre mit dem Titel "Wenn das Wasser steigt...! wir handeln gemeinsam" an die breite Öffentlichkeit.

 

 

 

Seit Veröffentlichung der europäischen Richtlinie 2007/60/EG über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken haben die Vertragsstaaten beschlossen, die Ausarbeitung und Umsetzung der Hochwasserrisiko-Managementpläne im Mosel-Saar-Einzugsgebiet innerhalb der IKSMS zu begleiten und zu koordinieren.