PCB-Kontamination von Fischen
im Mosel-Saar-Einzugsgebiet


PCB (Polychlorierte Biphenyle) sind eine seit langem verbotene, krebserregende Chemikaliengruppe. Sie wurden vielfältig eingesetzt, z. B. bei der Kühlung von Transformatoren oder als Hydrauliköle. Sie lagern sich in den Gewässern zunächst an Schwebstoffen an und reichern sich dann über die Nahrungskette im Fettgewebe von Gewässerorganismen, zuletzt in Fischen, an.


Im Sinne einer koordinierten grenzüberschreitenden Informationspolitik veröffentlichten die IKSMS in einem ersten Schritt im Jahr 2013 einen Vermerk (PCB-belastete Süßwasserfische), in dem dargelegt wurde, dass es keine eklatanten Abweichungen zwischen den jeweiligen behördlichen Verzehrempfehlungen oder -verboten im Einzugsgebiet der Mosel und der Saar gibt. Die Verzehrempfehlungen der jeweiligen Behörden sind am Ende der Seite nochmals einzeln abrufbar. Daraufhin wurde beschlossen, die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen von Fischen der einzelnen Mitgliedstaaten der IKSMS, die für die aktuelle Lagebeurteilung maßgebend sind, in kompakter Form (Karten und Datenblätter) auf der Internetseite der IKSMS zu veröffentlichen.

Daraufhin wurde beschlossen, die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen von Fischen der einzelnen Mitgliedstaaten der IKSMS, die für die aktuelle Lagebeurteilung maßgebend sind, in kompakter Form (Karten und Datenblätter) auf der Internetseite der IKSMS zu veröffentlichen.

 

Bioakkumulation bei Fischen

Die unten aufgelisteten Karten beruhen auf den Untersuchungsergebnissen, die zwischen 2008 und 2010 von den einzelnen Mitgliedstaaten gewonnen wurden. Diese Karten sind nicht geeignet, Aussagen über zeitliche und örtliche Trends entlang der untersuchten Gewässer zu treffen (dies bedarf einer künftigen Fortentwicklung mit zusätzlichen Analyseergebnissen unter detaillierter Berücksichtigung von Probenahmeverfahren und Altersklassen der untersuchten Fische).

Für die Bewertung und Darstellung der Untersuchungsergebnisse haben die IKSMS die Verordnung Nr. 1259/2011 (02.12.2011) der EU zugrunde gelegt, die Höchstgehalte für Dioxine, dioxinähnliche PCB und nicht dioxinähnliche PCB in Lebensmitteln festsetzt.

 

Für Flussfische gelten folgende Grenzwerte:

PCDD/F (Dioxine/Furane) 3,5 pg/g

PCDD/F + PCB (Summe Dioxine, Furane und dioxinähnliche PCB) 6,5 pg/g

PCB (ICES) (nicht dioxinähnliche PCB, sog. Indikator-PCB) 125 ng/g

 

Da diese Schadstoffe lipophil sind (d. h. sich vor allem in Fett anlagern), weisen Fettfische (> 10 % Fettgehalt) i. d. R. höhere Belastungen als Magerfische (fettarme Fische; < 2 % Fettgehalt) auf.

 

Darstellung der Ergebnisse in Karten und Datenblättern

Die Ergebnisse wurden somit in Form von zwei Karten im PDF-Format dargestellt :

Karte 1 stellt die PCB-Belastung schwach bioakkumulierender Fische (Magerfische), wie Zander, Hecht, Barsch oder junge Rotaugen, dar,

Karte 2 stellt die PCB-Belastung stark bioakkumulierender Fische (Fettfische), wie Barbe, Brasse, Karpfen, Wels, dar.


Die Messstellen, an denen die untersuchten Fische gefangen wurden, sind auf diesen Karten in "gut" (Grenzwert eingehalten) und "nicht gut" (Grenzwert nicht eingehalten) klassifiziert. Ausschlaggebend hierfür ist der schlechteste aller Analysewerte, unabhängig von der Anzahl der beprobten Fische bzw. Fischarten. Bei allen Untersuchungsergebnissen wurde die analytische Unsicherheit rechnerisch abgezogen. Zu beachten ist, dass im Saarland keine Indikator-PCB analysiert wurden; in Luxemburg liegen nur Ergebnisse für Indikator-PCB vor. Aale wurden nicht berücksichtigt, da diese als fettreichste Fische gelten, die meist am höchsten belastet sind und daher generell im Verzehr beschränkt werden sollten (siehe die unten aufgeführten Verzehrempfehlungen).


Die Messergebnisse der einzelnen Messstationen können auch auf folgender Karte des Geoexplorers (GISMS) durch Doppelklick auf die entsprechenden Messpunkte abgerufen werden. So erhält man Zugriff auf die zugrunde liegenden Datenblätter.

[Karte in neuem Fenster öffnen]

 

Verzehrempfehlungen im Einzugsgebiet der Mosel und Saar
Die aktuell geltenden Verzehrempfehlungen in den Anrainerstaaten des Einzugsgebietes der Mosel und der Saar sind unter folgenden Internetlinks einzusehen:

 

Frankreich:

http://www.pollutions.eaufrance.fr/PCB,

http://www.anses.fr/PNP901.htm und

http://www.moselle.pref.gouv.fr/data/doc-275/20111026/70940_1.pdf


Luxemburg:

http://www.securite-alimentaire.public.lu/actualites/communiques/2012/07/PCB/index.html

 
Rheinland-Pfalz und Saarland:

http://wasser.rlp.de/servlet/is/1047/